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Enduro MTB Trails im Olbrzymy

Riesengebirge Tag 2: Flowtrails mit „Features“

Pasmo Rowerowe Olbrzymy – Tag 2

Hoch wie runter ganz schön knackig – so könnte man unseren zweiten Tag Mountainbiking im polnischen Riesengebirge beschreiben. Wie durch Intuition hatten wir uns am ersten Tag offenbar auf den „Family“-Trails von Olbrzymy warm getreten, um nun die „Enduro“-MTB-Trails zu fahren. Diese Einschätzung übrigens stammt von einem der Trailbauer vom Arek Bike Center, an dem wir auf dem langen Uphill vorbei keuchten. Seine Kollegen hantierten mit der Kettensäge, er pustete gerade mit einem Laubbläser den Trail frei.

Ein anstrengender Uphill

Aber von Anfang an: Wir parkten im Zentrum vom Piechowice auf einer Höhe von rund 370 Metern. Direkt oberhalb des Ortes verläuft der steile, aber konstant fahrbare Uphill des „Rokitnik“. Daran schließen sich die Uphills dreier weiterer Trails (Skarbek, Zmora, Doppler) an. Nach rund zehn Kilometern, kurzen Schiebepassagen und viel Schweiß erreichten wir den Gipfel des 750 Meter hohen Grzybowiec.

Aussicht aufs Riesengebirge
Aussicht aufs Riesengebirge

Der Trailfarbenlehre nach – blau und rot, wie am Vortag – erwarteten wir reine Flowtrails. Wir realisierten allerdings bald: Die Farben der Trails haben so gut wie nichts mit dem Schwierigkeitsgrad zu tun. Vielmehr scheint es, als seien die Trails einfach abwechselnd blau und rot markiert, aufdass die einzelnen Trails einfacher voneinander unterscheidbar sind. Ein eher seltsames Konzept, denn eigentlich funktionieren hier vier Trails wie ein langer Uphill und nachfolgend ein langer Downhill. Theoretisch ist das Ganze auch shuttlebar, oben (Michalowice) und unten (Piechowice) kommt man gut mit dem Auto hin. Angesichts der Beschaffenheit der Trails wird das sicherlich passieren – hoffentlich sorgt das nicht auf Dauer zu ausgeballerten Wegen.

Streckenwegweiser auf den Olbrzymy-Trails
Die Streckenabschnitte sind ausführlich beschriftet – die Farben haben allerdings wenig mit der Schwierigkeit zu tun

Flowige Abfahrt mit Schlüsselstellen

Doch zurück zur Abfahrt: Diese ist grundsätzlich sehr flowig, aber zwischendurch technisch recht anspruchsvoll, zwischen S0 und S3 wechselnd. Häufige Stone Garden im Flachen wechseln sich mit pumptrackartigen Wellen für Manuals, abrollbaren Tables, felsigen Passagen mit nicht abrollbaren Drops und Gaps sowie Sprüngen von 50 bis 80 Zentimetern Schanzenhöhe. Die Trails sind allerdings nicht so steil, dass man von den Schlüsselstellen überrumpelt wird, außerdem gibt es zwischendurch lange, flowige Passagen. Entspannung bieten auch die gut gebauten Anliegerkurven. Mit ausreichend Federweg und technischem Können macht die gesamte Strecke ordentlich Laune. Ich persönlich habe allerdings so manche Schlüsselstelle das Rad geschoben, statt abzuziehen.

Keine Hinweisschilder an Drops

Die Trails verlaufen durch einen idyllischen Wald inklusive zahlreicher, mit Moos bewachsener Findlinge, die mitunter zum Trail- und Hindernisbau hinzugezogen wurden. Während die Traileinstiege sehr gut beschildert sind, hätten wir uns vor so manchem Drop einen Hinweis gewünscht. An manchen Stellen muss man schon im richtigen Moment abziehen, um nicht mit dem Vorderrad einzurasten. Teilweise gibt es (noch) keinen Chicken Way – aber vielleicht kommt das ja noch, schließlich waren wir ja vor der Eröffnung da. So oder so werden sich mit der Zeit sicherlich „natürliche“ Umfahrungen auftun.

Kurz bevor wir ganz unten waren, machten wir noch einen Abstecher auf den kleinen Kringel des „Leszy“. Eigentlich hätten wir den Trail direkt am Anfang nach der ersten Uphill-Etappe von „Rokitnik“ in die Runde einbinden sollen, da man vom „Skarbek“ nicht direkt auf den „Leszy“ kommt. Also sind wir einen Teil der Strecke doppelt gefahren (deshalb den GPX-Track bitte nicht exakt so nachfahren!). Im Vergleich zu den andern vier Trails auf dieser Seite des Tals ist „Leszy“ der einfachste. Wahrscheinlich wurde er angelegt, um eine höhenmeterarme Verbindung zu den Trails auf der anderen Talseite zu schaffen.

Am Ende des Tages waren wir positiv überrascht von der Varianz der Trails, aber auch ganz schön k.o. – und das, obwohl das Handy nur rund 800 Höhenmeter und wenig mehr als 20 Kilometern zeigte. Ich für meinen Teil bin noch nirgends so viele verschiedene Stone Gardens gefahren wie hier – kein Wunder, dass ich da k.o. war. Aber wenn man fit genug ist (oder geshuttelt wird), macht es sicherlich Spaß, die Trails ein zweites Mal zu fahren und es an den richtigen Stellen fliegen zu lassen.

Streckenprofil & GPX-Track

Gesamtstrecke: 19.96 km
Gesamtanstieg: 850 m
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